Wir glauben

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Der König der Gott sehen möchte:

Einst lebte ein König, der Gott unbedingt sehen wollte. Doch keiner seiner Untertanen konnte ihm Gott zeigen. Da kam ein Hirte vom Feld und sagte: Erlaube mir König, deinen Wunsch zu erfüllen. Der Hirte führte ihn auf einen freien Platz und zeigt ihm die Sonne. Sie hin, sagte er. Der König hob seine Augen und wollte die Sonne sehen. Aber der Glanz blendete ihn, und er senkte den Kopf und schloss die Augen. Willst du, dass ich erblinde? fragte er den Hirten. Aber, König, das ist doch nur ein Ding der Schöpfung, ein schwacher Ablanz der Grösse Gottes, ein kleines Fünkchen eines flammenden Feuers. Wie willst du mit deinen Augen Gott sehen? Suche ihn mit anderen Augen!

Der Einfall gefiel dem König. Er sagte zum Hirten: Ich erkenne deinen Geist und sehe die Grösse deiner Seele. Antworte nun: Was war vor Gott? Nach einigem Nachdenken sagte der Hirte: Sein nicht zornig wegen meiner Bitte. König, aber erzähle. Der König begann: Eins, zwei... Nein! Nicht so, beginnte mit dem was vor dem Eins kommt! Wie kann ich denn? Vor eins gibt es doch nichts! Sehr weise gesprochen, Herr! Auch vor Gott gibt es nichts.

Darauf hatte der König noch eine letzte Frage: Was macht Gott? Der Hirte freute sich darüber, dass sich das Herz des Königs langsam aufweichte und er sagte: Gut, darauf will ich dir auch eine Antwort geben. Nur um eines bitte ich dich: Lass uns die Kleider tauschen! Der König war einverstanden, und so tauschten sie die Kleider. Und der Hirt sagte: Das machte Gott genauso! Er verliess die Herrlichkeit und stieg freiwillig von seinem erhabenen Thron um einer von uns zu werden. ER gibt uns, was er hat, un dnitmm das an, was wir haben und sind. Leo Tolstoi